09. Februar 2010 01:41 | |||||
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Mitglied seit: 08.11.2006
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Chefblog einer Zeitung - ist das das organisierte Brechen des Redaktionsgeheimnisses? Wenn ein Blog Kultstatus erreichen soll (Achtung, leg die Latte nicht gleich auf 2,50 Meter), dann muss er sein Konzept gnadenlos durchziehen. Und das auch noch in einem Multi-Author-Blog. Folgen: Unabsehbar.
Es wird jedenfalls wieder einmal sauspät, weil die Koalitions-Pokerer Schüssel und Gusenbauer noch brüten. Der Doppler, den wir für die beiden (und das voraussichtliche Nichts, das herauskommen kann) hergerichtet haben, ist noch ziemlich leer.
Was uns sonst heute aufregt? Ein Knaller in der Branche in Kärnten: Gaby Schaunig hat sich abrupt von ihrem Partei-Pressesprecher getrennt, man untersucht jetzt Rechnungen. Dabei schien der so loyal, dass er sich sogar die Haare SPÖ-rot gefärbt hatte. Es ist zu hoffen, dass sich die Unschuldsvermutung bestätigt.
Wir hatten intern eine Diskussion in der Redaktionskonferenz, warum wir zu einem Unfallbericht kein Bild vom Unfall-Opfer hatten, die Konkurrenz aber schon. Es hat sich dann herausgestellt, dass die Eltern des Unfall-Opfers um Verzicht auf eine Bildveröffentlichung gebeten hatten. Da waren wir über den Unterschied zur Konkurrenz eher froh.
Ethik - gibt´s das auch für Blogger? Erste Regel: Glaubwürdigkeit, zweite Regel: Links angeben. Hab ich von
http://westner.levrang.de/cms/upload/pdf/weblogs_journalismus.pdf
- eine spannende Arbeit über "Weblogs und ihre Auswirkungen auf den traditionellen Journalismus" (Walter Filisz, FH-Studiengang Informationsberufe, Eisenstadt 2004). Zitat: Weblogs werden "die klassischen Medien auch in Zukunft nicht vollkommen ablösen". Na wenigstens bloggen wir uns nicht ganz aus der Kleinen Zeitung hinaus.
Interessante Zahl in der Studie: 60 Prozent aller angelegten Weblogs kommen nicht einmal auf einen einzigen Eintrag. Diese Hürde wäre bei uns jetzt wenigstens geschafft. Die restlichen 40 Prozent haben eine durchschnittliche Lebensdauer von 126 Tagen. Mal sehen, wie lange wir es durchhalten.
Ich für meinen Teil sag jetzt auch schon gleich wieder für ein paar Tage adios, um abseits der Touristenströme noch Fidel Castros Kuba anzusehen, ehe dort McDonalds über Havanna hereinfällt und die Neckermänner die letzten unberührten Cayos zu All-inclusive-Guantanamos des Massentourismus machen. Damit ihr´s wisst, liebe Chefblog-Kollegen: Mein Laptop bleibt zuhause.
Adolf Winkler