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08. Februar 2012 19:32
Dottolo - Götz - Winkler - Patterer
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Mitglied seit: 08.11.2006
 

Liebe Userinnen und User! Wichtige Informationen zu den Meine-Kleine-Weblogs

Herzlichen Dank, dass Sie unser Weblog-Service in den vergangenen Jahren intensiv und hoffentlich zu Ihrer Zufriedenheit genutzt haben. Leider ist es uns nicht länger möglich dieses Angebot technisch mängelfrei zur Verfügung zu stellen, weswegen wir auch auf eine Wartung der bereits bestehenden Blogs und Statistiken verzichten müssen. Wir hoffen, Ihnen in absehbarer Zeit eine attraktive Alternative in diesem Bereich anbieten zu können.

Mit der Bitte um Ihr Verständnis,

Das Team von Kleine Zeitung Digital

von HubertPatterer am: 23.09.2008, 20:53 Uhr

Erster Einsatz unseres Reporter-Shuttles vor der Planai-Talstation in Schladming. ÖSV-Präsident Schröcksnadel, OK-Chef Grogl, Bürgermeister Winter und die beiden Landesräte Wegscheider und Buchmann nehmen auf dem mobilen Podium, einer Art Club 2 auf vier Rädern, Platz und stehen den Bürgern Rede und Antwort in Sachen Schi-WM 2013. Unter den Zuhörern: Charly Kahr mit Enkelkind auf dem Arm, die Ex-Schirennläuferin Brigitte Obermoser (unterwegs zum Madonna-Konzert), die Bürgermeister-Legende Kröll und Schülerklassen der örtlichen Schihandelsschule. Die Neugier ist groß: Was kommt? Wer zahlt? Was wird bleiben? Die Zukunft hat schon begonnen an diesem Nachsommertag: An der nahen Straße fahren die Baumaschinen auf und ab, sie dürfen, die Gäste sind weg, plus 18 Prozent, im Zentrum entsteht ein Hotel, ein Parkhaus, auch der Slalom-Zielhang ist Großbaustelle. Eine erste Neuigkeit wird hergezeigt: Der Entwurf für das Schi-Stadion, es hat die Form einer gläserenen Schispitze, unter der die Hauptstraße durchführen soll. Kahrs gegenüberliegendes Cafe mit den vielen Arnie-Bildern an den Wändern und dem Stammtisch, an dem Leonhard Stock gerade von seinen Jagderlebnissen erzählt, soll dem neuen Wahrzeichen weichen. Karl ist einverstanden, er hat Einsicht in das Notwendige, sein Enkerl wird es noch erfahren. Die schönste Weltmeisterschaft aller Zeiten soll es werden, sagt Schröcksnadel. Im Gasthaus erzählt er später seine Lieblingsstory: Wie das Ding in Kapstadt gelaufen ist. Der Schiklub wird ihn Ende November mit der Diamantenen ehren. "Wenn Ihr mich wegen der Doping-Geschichte in Turin umgebracht hättet, würden wir heute nicht hier sitzen". Er meint uns Medien. Dann wirft er seine schwarze Lederjacke über die Schulter, steigt in sein 580 PS-Auto und ist weg.

Hubert Patterer 

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von HubertPatterer am: 04.09.2008, 17:31 Uhr

Die letzten Urlaubstage in England verbracht. Im Ryan-Flieger Schulter an Schulter mit den eingerauchten Bandmitgliedern von Pete Doherty. War knapp, dass sie an Bord durften. Drei Verwarnungen, aber keine Notlandung. Auf den Titelseiten der britischen Blätter dominiert die Angst vor einer Rezession. Die wirtschaftliche Situation sei so schlimm wie seit 60 Jahren nicht. Die Immobilienpreise purzeln wie die Währung.  Die Krise hat auch ihr Gutes: Die Scheidungsrate ist  signifiikant gesunken, berichtet die Times. Der Grund: Viele können sich eine Trennung nicht leisten. Und halten durch. 

Damit tun sich die Betreiber englischer Pubs schwerer. Das Rauchverbot und die spottbilligen Alkoholpreise in den Supermärkten treiben immer mehr Besitzer in den Ruin. Dreitausend Pubs mussten in den vergangenen fünf Jahren geschlossen werden. Das wird Pete nicht bekümmern. Was er braucht, kriegt er dort nicht. 

Hubert Patterer

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von ThGoetz am: 27.08.2008, 20:48 Uhr
 

Wer in den USA journalistisch arbeiten will, braucht ein Visum. Das US-Konsulat residiert im Hotel Marriott in Wien. Im Stiegenhaus sitzen Wartende. Nur wer einen Termin vereinbart hat, darf hinein, aber erst zur vereinbarten Zeit. Wer zu früh kommt, muss draußen warten.

Zu vereinbaren ist der Termin bei einem Call-Center, zwei Euro 40 die Minute kostet der Anruf. Weil so viel zu fragen ist, dauert der Anruf eine Weile. Das Visum kostet 89 Euro 08 Cents.

Im Konsulat wird alles einkassiert, was gefährlich werden könnte: Handys, Autoschlüssel mit Fernsteuerung und so. Der Metalldetektor spürt letzte Waffen auf. Dann gelangt man durch eine dicke Metalltür in den  Wartesaal.

Wer am Schalter den Visums-Antrag abgegeben hat, muss warten. An der Wand hängt eine Liste mit allen Terrororganisationen dieser Welt. Wer dort Mitglied ist, kann gleich wieder gehen.

Einzeln werden die Antragsteller aufgerufen, zum persönlichen  Interview. Das findet vor allen Leuten statt. Von der Wand lachen Portraits von Präsident George Bush und Condoleezza Rice, seiner Außenministerin über den deutschen Akzent der Antragsteller.

Wie ein armer Sünder steht man vor dem Glasschalter und muss erklären, warum man in die USA will, wo man wohnen wird, ob man schon einmal dort war, ob man dort arbeiten will, wenn ja warum und wo. Ein grün leuchtendes Kästchen registriert erst die Abdrücke der acht Finger beider Hände, dann die beiden Daumen. Man kann nie wissen. 

Die Prozedur erinnert an frühere Zeiten. Ingeborg Bachmann musste ein französisches Visum beantragen, um Paul Celan in Paris zu besuchen. Ob sie auch Fingerabdrücke zurücklassen musste?  

Entscheidend ist der letzte Satz des freundlichen Beamten: "Ihr Visum geht morgen zur Post". Ja dann.


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von ThGoetz am: 22.08.2008, 15:14 Uhr

Leserbriefe betreffen normalerweise die eigene Zeitung. Gestern aber schrieb Außenministerin Ursula Plassnik uns, um sich über die Kronen-Zeitung zu beschweren. "EU-Kniefall kostet die ÖVP Wählerstimmen" lautet der Titel des Artikels. Das Bild zeigt die Ministerin bei der unterzeichnung des EU-Vertrags.

Was auf dem Bild fehlt, ist die zweite Hälfte. Die liefert das Büro Plassnik mit. Neben ihr steht im Orignialbild Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, der zugleich mit ihr seinen Namen unter den Vertrag setzt. Gusenbauer  hat danach in einem Kniefall vor dem Herausgeber der Kronenzeitung, Hans Dichand, seine Reue bekundet. Plassnik muss noch gebeugt werden.

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von ThGoetz am: 14.08.2008, 15:09 Uhr

Lauter Männer auf dem Bild der Chefredakteure, klagte heute eine Leserin. Auch die Bücher rechts in der Spalte wären alle von Männern geschrieben.

Stimmt beides (das Buch von Frau Chang, eine grandiose  Mao-Biographie, habe ich jetzt erst hinzugefügt, aber das gilt vielleicht gar nicht, weil ihr Mann ja mitgeschrieben hat).

Was kann man da sagen? Es stimmt, noch immer gibt es mehr Männer als Frauen in der Redaktion und in den Führungspositionen dünnt sich die Frauenquote noch mehr aus. Es sind genau doppelt so viele Redakteure wie Redakteurinnen, die bei uns arbeiten. Das entspricht, wie wir wissen, nicht dem Bevölkerungsschnitt.

Aber die Dinge sind im Fluss. Derzeit arbeiten vier junge Leute bei uns, die sich vorstellen können, unseren Beruf zu ergreifen. Alle vier sind Frauen. Auch an der Fachhochschule ist das Verhältnis ausgeglichen mit einem leichten Überhang der Frauen. Ein paar Jahre noch, und die Statistik wird anders aussehen.

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von ReinholdDottolo am: 08.08.2008, 13:25 Uhr

Die politische Lage ist ernst genug. Mit ein Grund für einen Leser aus Oberkärnten, uns mit zwei Witzen zu versorgen, denen in Ansätzen ein gewisser Realitätsbezug nicht abgesprochen werden kann.

Witz eins: Was ist der Unterschied zwischen einer Bluejean und unserer Regierung. Keiner: Bei beiden sitzen an wichtigen Stellen Nieten.

Witz zwei: Was ist relativ? Fünf Haare am Kopf sind relativ wenig. Fünf Haare in der Suppe sind relativ viel. Vier Flaschen im Weinkeller sind relativ wenig aber vier Flaschen in der Regierung relativ viel.

Immerhin: Das Lachen ist noch nicht allen Bürgern vergangen.

Reinhold Dottolo

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