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03. September 2010 13:33
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Mitglied seit: 10.10.2006
 
von vsvfan am: 05.04.2007, 23:17 Uhr

Jetzt haben wir also auch noch die andere Backe hingehalten. In unserer gutmütigen Art. In unserem österlichen Vorfrieden. Und die Bullen sind uns prompt über unser stolzes Adlerhaupt drüber getrampelt. Da kennen die nix. Da ist nix mit Nächstenliebe. Und Auferstehung der Adler am Ostersonntag. In Spiel Nummer 6. Die wollten einfach nicht mehr zu uns an die Drau kommen, derweil die Familien daheim den Osterreindling schmausen. Die wollten einfach nix mehr anbrennen lassen. In dieser Finalserie.

Dabei haben wir unsere Haut so teuer wie möglich verkauft. Haben sogar einen 3:0 Rückstand nach dem ersten Drittel weggesteckt. Und innerhalb von 2 Minuten auf 3:2 gestellt. Aber danach holte uns der Schirifluch, in Form des Vorarlbergers Bernecker wieder ein. Wie auf Kommando kamen die 5:3 Überlegenheiten der Salzburger. Und wie auf Kommando kam auch das Tor. Für die Söldner aus der Mozartstadt. Nach 33:21 Minuten war der Endstand von 4:2 für Salzburg hergestellt. 

Die Meisterschaft war futsch. Unsere Wahl der Waffen erwies sich leider als untauglich. Nicht zuletzt, wegen der schlechten Chancenauswertung. Und nicht zuletzt, weil der Danny Gauthier halt nicht da war. Unser Denker und Lenker. Aber das ganze Ursachenforschen und alles Mutmaßen nützt uns jetzt sowieso nix mehr. Gratulation nach Salzburg. Einer so haushohen Favoritenrolle musst du auch erst gerecht werden. Obwohl wir es euch gerne ein bisschen schwerer gemacht hätten. Aber was soll´s. 

Was bleibt ist der kurze Rückblick auf eine Traumsaison. Wir haben heuer problemlos die Play-offs erreicht. Wir sind Vizemeister geworden. Wir haben mit der U-20 den österreichischen Meistertitel geholt. Wir haben mit derselben U-20 die Kärntner Eliteliga gewonnen. Wir haben die ewige Derbybilanz gegen den KAC endlich umdrehen können. Wir haben die Geburtsstunde der hoffentlich nächsten VSV – Generation miterlebt. Und wir haben einen neuen Zuschauerrekord aufgestellt. Alles positive Fakten, die uns halt in der ersten Enttäuschung, über den Verlust der Meisterwürde, etwas hinwegtrösten und, die uns vor den Blick in die Zukunft, keine allzu große Angst haben lassen.

Ich möchte mich an diesem Punkt bei Ihnen, geneigter Leser, bedanken, dass Sie bis hierher mit mir die österreichische Eishockeyliga verfolgt haben. Mein Dank geht vor allem an die Mannschaft des EC Pasut VSV, die für uns eine tolle Saison in die Stadthalle gezaubert hat. Holiday on Ice. Wenn man so will. Große Revue, große Show. Und nicht zuletzt große Emotionen und noch großartigere Spiele. Ich verneige mich vor dem Greg Holst, der uns wieder einmal ins Finale geführt hat. Dank auch an den Guiseppe Mion, der mittlerweile wohl zum erfolgreichsten Manager der Liga aufgestiegen sein dürfte. Weil wieder einmal ist es ihm gelungen, aus einem bescheidenen Budget, die maximale Wirkung herauszuholen. Das achte Finale, in neun Jahren muss dafür wohl Zeugnis genug sein. Danke auch an alle Nachwuchsspieler und Funktionäre, ohne die die Villacher Eishockeyfamilie nicht das wäre was sie ist. Nämlich eine Eishockeyhochburg. Und zum Schluss noch der Dank an meinen Lieblingswirt, dem Obiditsch Hermann und seine Eishockey verrückten Gäste. Der „Obiditsch“ ist mittlerweile eine Villacher Institution, in der sich Eishockey infizierte Menschen täglich ihre Dosis VSV reinziehen können.

Und ganz an den Schluss des letzten Kommentars möchte ich eine Grundsatzerklärung stellen. Ich habe sie für das "Fanzine" geschrieben, eine VSV Fanzeitschrift der fantastischen Spaßfraktion.

Also: Vielleicht bis irgendwann. 

vsvfan 

Grundsatzerklärung 

Sicher, Villach ist nicht der Big Apple, und die Tirolerstrasse nicht die siebente Avenue. Auch ist mir klar, St. Martin liegt nicht in Manhattan, und der VSV wird niemals wie die Rangers sein. Weil, die Drau ist nicht der Hudson River, und unsere Eishockey Liga, nicht die NHL. Auch war der Peter Raffl niemals der Wayne Gretzky und unser Meisterpot ist nicht der Stanley Cup. Aber unter dem alten Flugdach neben der Berufschule, das mittlerweile längst eine richtige Halle ist, lebt immer noch der alte Bubentraum, von der großen, weiten Hockeywelt. 

Und jedes Jahr im September, wenn die Liga sich wieder herausgeputzt hat. Bereit ist für eine neue Saison. Sozusagen wieder einmal mit einem neuen Mascherl daherkommt. Zu der Zeit, wo alle Klubs glauben, wieder einmal die stärkste Mannschaft zu haben. Die sie mit viel fremdem Geld und noch mehr falschen Versprechungen zusammengewürfelt haben. Mit der sie dann später, in der Play-off, dem Teufel das Leiberl zerreißen werden. Jedes Jahr um diese Zeit, wenn andere Klubs noch auf ihre eigenen Versprechungen hereinfallen, geht unser Bubentraum schon wieder ein Stück weiter. Unser Traum von der Villacher Eishockeymannschaft. Der besten Mannschaft der Welt. Dem VSV. Der wieder einmal ausziehen wird, um den Namen des Klubs Ehre zu machen. Zu zeigen, wie sehr wir in unserer Stadt diesen Sport lieben und wie sehr wir alle uns anstrengen, um unseren Beitrag zu leisten. 

Nicht in Form von Meistertiteln, Pokalen oder ähnlich Zählbarem. Nein, sondern immer nur darum bemüht, wieder und wieder neue Kombinationen aufs Eis zu zaubern. Noch raffiniertere, noch kunstvollere, noch schönere. Den Gegner zu überraschen. Den einen Schritt schneller zu sein. Das eine Tor mehr zu erzielen. Oder im harten Kampf, Mann gegen Mann, ein Spiel mit dem Messer zwischen den Zähnen, zu unseren Gunsten zu entscheiden. Aber nicht etwa um des Sieges willen. Nein, sondern um unsere Fertigkeiten in einer Kunstform zu zeigen, die halt in Toren gezählt wird und leider nicht in Haltungsnoten oder in der Bewertung des Ausdrucks gemessen wird. 

Immer und immer wieder. Jahr für Jahr schlagen wir ein neues Kapitel auf. Egal, wer du bist. Egal wie viele Spiele du schon gesehen hast. Egal was du im richtigen Leben tust. Egal was du besitzt. Keine soziale Schichte ist immun gegen die Anziehungskraft der Villacher Adler. Auch das Alter spielt keine Rolle. Vereinen tut uns einzig und allein die Liebe zu den blau-weißen Edelknaben. Unser gemeinsames Merkmal ist ein Virus. Ein Virus, das uns Woche für Woche hintreibt, ja förmlich magnetisch anzieht, um dem VSV die Ehre zu geben. Der Mannschaft und dem Spiel zu huldigen, dass unsere Burschen mit solch einer Inbrunst und Intensität spielen. 

Und wehe, wenn du dieses Virus einmal in dir trägst. Das kannst du nicht mehr loswerden. So wie du etwa eine Grippe überwindest. Oder ein Überbein entfernen lässt. Oder so, wie wenn du dir ein altes Tattoo aus der Haut schneiden lässt. Wenn du das Adler-Virus einmal in dir trägst, dann kannst du gar nicht mehr die Farben wechseln. Da kannst du alles andere wechseln. Deinen Geschmack, deine Frau, deine Religion, die Automarke oder deine Leibspeise. Aber dein Herz, das bleibt blau-weiß. Für immer. 

Robert Kravanja   

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von vsvfan am: 03.04.2007, 23:47 Uhr

Haben Sie schon einmal eine Tube Zahnpasta ausgedrückt? Dann kennen Sie sicherlich das Phänomen, dass Sie glauben, jetzt ist aber nix mehr drinnen. Aber wenn Sie am anderen Morgen vor dem Spiegel stehen und gedankenverloren, weil verschlafen, zu eben dieser scheinbar leeren, komplett ausgequetschten Tube greifen, dann kommt immer noch ein bisschen heraus. Für ein einziges Mal Zähne putzen, wie Sie fälschlicherweise meinen. Weil zu Mittag zerwutzeln Sie die Tube förmlich und, oh Wunder, für ein Mal Putzen glangt es dann immer noch. Und am Abend wieder. Und am nächsten Morgen noch einmal. Aber irgendwann ist der Punkt da, wo Du nix mehr, aber absolut nix mehr herausbringst. Weil auch tatsächlich nix mehr drinnen ist. Und so ging es den Adlern heute im letzten Drittel. 

Bis dorthin hatten wir uns nämlich mit einer super „Partisanen“ - Taktik bereits gebracht. Dem Greg Holst war ja wohl klar, dass der Ausfall des Mike Stewart und das Handicap eines eingeklemmten Nervs beim Herbie Hohenberger, so wie unsere spielerische Unterlegenheit gegen die Söldner aus Salzburg nicht dazu angetan war, um ein spielerisches Feuerwerk abzubrennen. Also musste der Wolfi Kromp in der Defensiveabteilung aushelfen und in erster Linie einmal versucht werden, hinten so lange wie möglich zu Null zu spielen. Und wenn wir die Scheibe in unseren Reihen hielten, dann war die Devise tief hinein ins gegnerische Drittel zu spielen und alles was nur irgendwie möglich war, auf dem Divis sein Häusl zu bringen. Schön ist das zwar nicht, aber manchmal heiligt der Zweck die Mittel. Und Haltungsnoten werden ja im Finale keine vergeben. 

Blöd war nur, dass wir in der achten Minute das 0:1 gefressen haben. Zu einem Zeitpunkt, wo wir eigentlich hofften, den Anfangselan der Kühe bereits abgefangen zu haben. Da wurschtelt der Hager den Puck irgendwie in dem Prohe sein Tor. So ist das halt. Wenn eine Mannschaft Druck macht, dann fällt irgendwann zwangsläufig das Tor. Das ist eine alte Weisheit, die sich heute leider wieder einmal bewahrheitet hat. Dabei stand uns Schlimmeres noch bevor. Es folgte nämlich bald darauf eine 5:3 Überlegenheit der Bullen. Und es war zu befürchten, dass sie dieses Powerplay zum 2:0 nützen würden und damit eine Vorentscheidung herbeiführen würden. Aber ihr aufreizend zur Schau getragener Hochmut sollte kein Schaden für uns sein. Sie verabsäumten es die Adler in dieser Phase entscheidend in Rückstand zu bringen. Und mit jeder Minute, die sie uns länger am Leben ließen, fassten wir wieder Mut und Kraft. Um uns dann, dass eine oder andere Mal, selbst beim Salzburger Goalie in Erinnerung zu rufen. 

Das gleiche Spiel folgte in Drittel 2. Wir waren bemüht, hatten den Ausgleich ein paar Mal auf dem Schläger. Aber er fiel nicht. Erstens war der Reini, dieser Hundling, in Topform und zweitens fehlten uns halt manchmal auch die Ideen. Aber wir hielten die Partie offen und haben sogar ein zweites Mal eine 5:3 Unterlegenheit durchgedrückt. Soviel zum Thema Moral. Und mit einem 1:0 Rückstand nach zwei Dritteln stand uns die Tür zum Ausgleich in der Serie, immerhin noch einen guten Spalt weit offen. Und solange du atmest lebst du. Wie der Lateiner sagt. 

Und als wir uns dann in der 48. Minute eine 5:3 Überlegenheit erarbeitet haben, schien alles möglich zu sein. Weil wenn wir da den Ausgleich in Maschen gesetzt hätten, dann hätte das wie eine Sauerstoffdusche auf uns gewirkt. Da wäre das vielbeschworene Momentum auf unsere Seite zurückgekommen und wer weiß, wie das ausgegangen wäre. Wenn es noch einmal praktisch von vorne losgegangen wäre. Aber auch in dieser Phase sollte es nicht sein. Der erlösende Ausgleich wollte nicht gelingen. Es war wie verhext. Und es wurde immer schwieriger aus unserer fast leeren Zahnpastatube - Sie erinnern sich noch - etwas Brauchbares herauszuquetschen. Die arroganten Wiederkäuer spielten nach überstandenem Unterzahlspiel fast nach Belieben mit den langsam, aber sicher ermattenden Adlern. Und sie schienen ihr sadistisches Spiel zu genießen.  

Erst als in der 53. Minute der Juha Lind das 2:0 nudelte, war unser Wille endgültig gebrochen. Da war dann Flasche leer. Bei den Adlern. Da hatten wir unsere Zahnpastatube bis zum bitteren Ende malträtiert. Da war nix, aber diesmal wirklich nix mehr drinnen. Für uns. Und so folgte, was in solchen Fällen immer folgen muss. Empty-net und 3:0. Ende der heutigen Vorstellung. 

Welche Erkenntnisse können wir dennoch aus der heutigen Partie gewinnen. Erstens wissen wir jetzt, dass in unsere Halle ungefähr 12.000 Leute hineinpassen. Man hat direkt den Eindruck, dass die mit steigender Nachfrage mitwächst. Zweitens: Obwohl halb Villach in der Stadthalle war, fand der vom Hardy Nilson so herbei geredete Spielabbruch nicht statt. Weil wir wissen schließlich, wie wir uns zu benehmen haben. Umgekehrt war er wahrscheinlich der Einzige, der unter dem Alkoholverbot in der Halle litt. Weil wie man hört, genehmigt sich der Schwede ganz gerne einmal einen kräftigeren Schluck. Drittens: Wenn du kein Tor schießt, ist es scheiße schwer ein Eishockeyspiel zu gewinnen. Viertens: Ja, Herr Dr. Kalt sen. Sie haben recht. Wir mögen Sie nicht. Dazu hätten Sie aber gar nicht erst für Ihr Bubi beim Komposch intervenieren müssen.

Fünftens: Ja, Herr Mag. Kalt jun., wir wissen Ihr Niveau, das Sie, ohne dafür Dank zu bekommen, in die Liga bringen, nicht zu schätzen. Aber wir müssen unser Leben auch ohne einen Vater bestreiten, der Zeit unseres Lebens für uns furzt, wenn uns ein Schas druckt. Sechstens: Die Ausgangslage für uns ist völlig unverändert. Weil von Anfang an war klar, dass wir noch 3 Spiele gewinnen werden müssen, wenn wir den Pott wieder hochstemmen wollen. Daran hat sich auch heute nix geändert. Siebentens: Der „Iron“ Mike Stewart hat uns wirklich an allen Ecken und Enden gefehlt. Achtens: Auch wenn die Salzburger Millionäre nicht mehr bereit sind, uns nach dem Spiel das Nachtmahl zu kredenzen, am Donnerstag stehen wir wieder bei euch auf der Matte. Und unsere Jause bringen wir uns diesmal halt selbst mit. Ihr notigen Geitler. Und achtens: Moral und Kampfgeist sind nur zwei andere Wörter für Villacher und Adler.

Und dass, liebe Salzburger Freunde, könnt ihr euch hinter eure ungewaschenen Bullenlöffel schreiben. Aus ist, wenn wir es sagen. Und basta. 

vsvfan

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von vsvfan am: 01.04.2007, 22:47 Uhr

Lassen wir das Jammern über die Ereignisse der letzten Tage. Lassen wir die große Diskussion über Gerechtigkeit im Allgemeinen und über Schiedsgerichte im ganz speziellen Fall. Hören wir auf über die Leistung von Schiedsrichtern zu sprechen. Lassen wir den jungen Kalt weiterhin die gesamte Liga unter seinem Niveau finden. Lassen wir den alten Kalt die Freude, im Hintergrund, doch noch den einen oder anderen Faden zu ziehen. Soll doch der Hardy Nielson die Strafe für den Danny Gauthier als viel zu milde empfinden. Und soll der Salzburger Trainer ruhig weiter Interviews geben, in denen er schon den Spielabbruch im nächsten Spiel am Dienstag in Villach ankündigt. Genauso wie er schon letzte Woche vom Schiri Schimm in den höchsten Tönen geschwärmt hat. Lametieren wir nicht über die heutige Strafe, die zur Sperre vom Mike Stewart in der nächsten Partie geführt hat. Und wehklagen wir nicht über die Verletzung vom David Edgerton. Der wahrscheinlich noch immer nicht spielen wird können. Dafür läuft aber der Trattnig frei auf der Eisfläche herum. Der Verursacher vom „Ätsch“ seinen Schmerzen. Was aber, zumindest laut dem Nielson, ein relativ fairer Check war. Nehmen wir all die unappetitlichen Dinge einfach zur Kenntnis. Beklagen wir uns nicht. Immerhin ist das ein Endspiel. Und wir sind mittendrin. 

Und wie. So wie wir heute die ersten 30 Minuten lang im Salzburger Volksgarten aufgetreten sind, dass war eines geschwächten Meisters durchaus würdig. Da hat man den Respekt der Bullen vor den Adlern förmlich gespürt. Da haben die ihre Hosen noch gestrichen voll gehabt. Da war die Niederlage im Penalty schießen, noch nicht wiedergekäut. Und schon gar nicht verdaut. Da haben wir die Stiere bei ihren Nasenringen gepackt und so richtig durch den eigenen Stall gezogen. 

2:1 lautete nach dem ersten Drittel demzufolge auch der Spielstand. Und zwar für die Adler. Bezeichnender Weise war das Tor der Salzburger noch dazu ein unglückliches Eigentor vom Martin Orasche. Der hat einen Querschläger ganz blöd auf sein Knie bekommen und ins eigene Netz gefälscht. Dafür war aber der Treffer vom Danny Bousquet, nach Tic-Tac-Toe mit dem Painte und dem Brownie, eine Augenweide. Und auch der tapfere Mickey Elick sei erwähnt. Der hat nämlich schon 6 Minuten vorm Danny im Powerplay getroffen. Und unsere kleine blau-weiße Welt war in Ordnung. 

Und selbst als der Lind zum 2:2 Ausgleich traf und der Banham 4 Minuten später sogar das 3:2 für die Bullen machte waren wir guter Dinge und unsere Laune ungetrübt. Obgleich du hast natürlich schon gemerkt, dass die Stiere gereizt waren. Und dass der Nielson in der Drittelpause mit dem roten Fetzen vor ihrer Nase herumgewachtelt haben muss. Weil da haben sie schon einen Gang höher geschaltet. Da war eine ganz andere Übersetzung aufgelegt. Da ging es für unseren Geschmack dann, zeitweise ein bisschen zu schnell. Aber wir waren auf Tuchfühlung mit den Mozartknaben und die Partie war noch in unserer Reichweite. 

Erst recht als wiederum der Mickey Elick, und zwar mit einem Short-Hander, den 3:3 Ausgleich besorgte. 38:35 Minuten zeigte die Matchuhr an. Und die Szene, die letztlich Spiel entscheidend sein sollte, lag gerade einmal 1 Minute zurück. Da hat nämlich unser „Iron“ Mike Stewart, angestachelt durch den Bezina, den Reini Divis zu einem Rendezvous gebeten. Was schließlich im Tor endete. Und zwar mit dem Mike obenauf. Und dem von ihm mit zärtlichen Gefummle bedachten Reini unter ihm. Was dem Schiri zu einer 5 plus Spieldauerstrafe für den guten Stewi animierte. Was wiederum den Bernecker, der für die IHF als Beobachter in der Halle war, veranlasste von einer überzogenen und zu harten Strafe zu sprechen. 

Was besonders schmerzt, ist allerdings, dass wir zu dem Zeitpunkt einen Mann mehr am Eis hatten. Und eigentlich mit zwei Spielern mehr Überzahl gespielt hätten. Aber dem Marc Brown ist ein dummes Foul passiert. Und so war der immense Vorteil dahin. Und dann eben die Szene mit Stewart. Da war dann Essig mit Powerplay. Zwar konnten wir noch das 3:3 erzwingen. Mit einem herrlichen ungefähr 8 Minuten dauernden Alleingang vom Mickey Ellick. Aber Sekunden später haben wir dann das 4:3 und weil es so schaurig war, auch gleich noch das fünfte Bummerl kassiert. Da waren wir einfach nicht gut sortiert. Da hat momentan die Orientierung gefehlt. Da haben wir in 29 Sekunden das vergeigt, was wir uns in den 40 Minuten davor hart erarbeitet hatten. 

Das wars. Das 6:3 durch Trattnik war nur noch für die Statistik. Und eines steht fest. Es war nicht unser Tag. Dieser komische erste April. Aber immerhin ist es tröstlich zu wissen, dass noch eine nachträgliche Sperre für den Trattnik im Raum schwebt. Und das es heute durchaus hätte klappen können. Mit dem Auswärtssieg. Und das wir mit unseren ureigensten Tugenden noch immer am Besten gespielt haben. Wir lieben das Spiel mit dem offenen Visier. Und wir werden den Kampf suchen und aufnehmen. Wir werden uns in die Bullen hinein beißen. Wir werden sie am Dienstag mit dem Mute der Verzweiflung und mit allen erlaubten Mitteln bekämpfen. Mit einer arg dezimierten und zerzausten Adlertruppe. Und vielleicht mit dem Ivo Jan. Der den Edgerton ersetzen könnte. Und schließlich ist es diese Situation, in der die Villacher Adler sich derzeit befinden, aus welcher heraus im Eishockeygeschichtsbuch neue Kapitel des Meisterepos in Stein gemeißelt und aus der heraus Legenden geboren werden. 

Treibt uns die Bullen in die Halle. 

vsvfan

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von vsvfan am: 30.03.2007, 02:25 Uhr

In einem Stierkampf sind meistens die Stiere die Blöden. Punkt. Die müssen den Schädel hinhalten. Die müssen die Krot schlucken. Die müssen, gereizt bis aufs Blut, den Staub der Arena auflecken. Die sterben den plötzlichen, den grausamen, den langsamen Tod. So lautet die Regel. So ist es Brauch. Und, ob Stiere oder Bullen war den Adlern heute einerlei. Irgendein Rindvieh sollte es sein, das unsere, ansonsten derzeit fleischlose, aber keinesfalls karge, Fastentafel auffetten sollte. So viel stand fest. 

Und es wurden 195 hochkarätige Minuten das pure Finale. Play-off für den Krimi Fan. Endspiel satt. Wenn du es so willst. Da war alles hineingepackt, was in so ein Hochamt des Hockeys halt gerade noch hineingeht. Und vor allem, was du gerade noch durchstehen kannst. Nervlich. Auf der Tribüne. Das war Sex bei hundertachtzig Sachen auf der Autobahn. Das war Alfred Hitchcock und Steven King, Hand in Hand, bei einem ihrer legendären Spaziergänge auf unseren Nerven. Ihre Thriller sind da nix dagegen. Das kann ich Ihnen sagen. Da gingen die Batterien der Herzschrittmacher reihenweise in die Knie. Und selbst als Stoiker verschriene Menschen haben ihre Nägel mitsamt den Fingern abgekaut. 

 Weil immerhin mussten wir die Salzburger Bullenherde bis ins Penalty schießen treiben. Bevor ihnen unser Matador, der Marc Brown, mit seinen Degen, den tödlichen Stoß versetzen konnte. Und gewehrt haben die sich ordentlich. Das müssen Sie mir glauben. Aber sie haben einen entscheidenden Fehler gemacht. Sie haben unser Spiel angenommen. Sie haben sich auf den Kampf eingelassen. Anstatt ihre spielerische Überlegenheit konsequent durchzuziehen. Die wollten unbedingt Körperkontakt heute. Und uns war das nur recht. 

Dem Komiker Schimm wohl auch. Denn durch die rustikale Spielweise der beiden Mannschaften konnte er gleich einmal unter Beweis stellen, auf welcher Seite er stand. Und das seinem Heimatdorf Waldraiburg, das diesen unseligen Knecht in die Welt hinaus spie, und wo immer das auch in Deutschland liegen mag, der Mönchsberg immer noch näher ist, als der Dobratsch. Und vor allem, dass der Didi Mateschitz ein echter Profi ist. Auf seine Art. Der überlässt wirklich nix, aber schon gar nix, dem Zufall. Wenn er sich den Titel kaufen will. Mit seiner 5,5 Millionen Euro Truppe.  Da muss schon auch der Schiri mittanzen. Wenn der Erzheilige des Gummibärengeschmacks den Takt schlägt. So scheint halt in Salzburg der Brauch.

Und so darf es Einen nicht wundern, wenn die Partie im zweiten Drittel knapp vor dem Abbruch stand. Da spazierte sogar ein Fan seelenruhig auf das Eis, um dem Schiri ein paar Hunderter unter die Nase zu reiben. Nur damit der Parteiische auch wusste, dass wir wissen. Welch Geistes Kind seine indiskutable Leistung war. Red Bull verleiht halt nicht nur Flügel. Sondern scheinbar auch Schiris. An den österreichischen Eishockeyverband. 

Aber die Adler schien das nicht zu stören. Sie trugen das ihnen, vom zebragestreiften Schicksal, auferlegte Kreuz in Würde. Sie nahmen die tragisch komischen Entscheidungen der Pfeife hin, als wären sie buddhistische Mönche bei einer Demutsübung. Aber nicht, dass Sie jetzt meinen wir hätten nicht hingelangt. Oder zurückgezuckt. Wegen dem deutschen Heini. Das nicht. Wir haben uns die Strafen schon erarbeitet. Im Schweiße unseres Angesichts sauer verdient sogar. Aber die Gäste durften das Gleiche, was uns in Form von Zeitstrafen zugute gehalten wurde, halt ungestraft tun. Da wurde mit zweierlei Maß gemessen, dass Einem das Adrenalin und das Blut nur so aus den Augen spritzten. 

Aber was solls. Wir haben nach unserer 1:0 Führung, die uns der Danny Bousquet schon bald herausschoss, zweimal einen Rückstand gegen diese abgebrühte Söldnertruppe aufgeholt. Wir haben eine ganze Menge Unterzahlspiele heil überstanden. Wir haben ein Penalty shout out in überzeugender Manier gewonnen. Wir haben das Glück gezwungen und die Serie auf 1:1 gestellt. Wir haben unseren Tank randvoll gefüllt mit Moral. Wir haben gezeigt, dass der Pot immer noch in Villach steht und dass wir keineswegs bereit sind ihn freiwillig herauszurücken. Wer diesen Häfen von uns haben will, der muss ihn sich schon holen kommen. Und geschenkt kriegt er ihn nicht. Da können Sie sicher sein. Weil für diesen Pokal muss Herzblut sprudeln. Da müssen Zähne zusammen gebissen werden. Und Tränen fließen. Da müssen Träume gelebt und das Leben geträumt werden. Da muss der Schmerz der Bruder der Freude sein. Und die Qual eine Tochter des Willens. Da muss dich eine Welle erfassen, die dich hinausträgt. Weit, auf das offene Meer. Bis hin zum Rand der Glückseligkeit. Und genau da, an diesem Punkt, wo du glaubst, jetzt hast du es geschafft, kreisen hoch droben die Adler.

Es ist Finale. 

vsvfan

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von vsvfan am: 28.03.2007, 10:13 Uhr

Die Wahrscheinlichkeit, dass der VSV diese Finalserie gewinnt, ist ungefähr gleich hoch, wie wenn in der Steiermark eine 66 Jahre alte Frau, Mutter werden würde. Behaupte ich einmal. Frei von der Leber weg. Weil nach der gestrigen 0:2 Niederlage unserer Adler in Salzburg, erscheint ein Meistertitel für Villach gleich utopisch, wie die Niederkunft einer Frau, die den Jahren nach locker schon Urgroßmutter sein könnte. Im Normalfall würde man also sagen, unmöglich. Wahrscheinlichkeit gleich null.  

Und alles was wir gestern gesehen haben, lässt den Schluss zu, dass die Bullen den Pot praktisch nur noch abholen brauchen. Hergerichtet ist alles für sie. Die frisch gedruckten Scheine sind getrocknet, in handliche Bündel portioniert und bereits sicher in den Taschen der Spieler verstaut. Die Meister Porsches sind wahrscheinlich schon bestellt. Und vor dem Spiel geht der Mateschitz mit seinen Buben sogar noch zusammen aufs Klo. Lulu machen, weil sie das alleine nicht so gut können. Und er halt gar nix dem Zufall überlassen will. Nicht, dass sie sich noch vor der ausverkauften Halle ins Hoserl machen.  

Weil, wer Fernsehschauen kann, der hat gestern unsere Grenzen gesehen. Da war eine Salzburger Truppe am Werk, die du nie und nimmer schlagen kannst. Die haben ein Pressing an den Tag gelegt, die haben einen Druck gemacht, dass uns die Luft weggeblieben ist. Die sind uns auf dem Brustkorb gekniet und haben uns das Atmen so nicht gerade erleichtert. Selbst, wenn wir unsere Powerplays genützt hätten. Selbst, wenn wir aus den wenigen Torchancen Zählbares gemacht hätten. Selbst, wenn wir das Glück auf unsere Seite gezwungen hätten. Die Partie war nicht zu gewinnen. Die Bullen hätten beliebig einen Gang höher geschaltet und wären so oder so über uns drüber getrampelt. Da gibt es keinen Zweifel. Da täuschen mich auch unser gutes Startdrittel und der glänzend spielende Gert Prohaska nicht darüber hinweg. 

Wer aber zwischen den Zeilen Fernsehschauen kann, der hat vielleicht auch gesehen, dass unsere einzige Chance das Momentum in dieser Serie auf unsere Seite zu zwingen, und wieder einen Fuß auf den Boden, oder besser gesagt, eine Hand an den Pot zu kriegen, ist, uns die Salzburger Überheblichkeit zu unserem Verbündeten zu machen. Das muss unser Bundesgenosse werden. Denn nur die Überheblichkeit der wandelnden Softdrinkdosen wird uns in die Finalserie zurück bringen. Natürlich werden wir auch kämpfen und kratzen und zwicken. Und notfalls sogar beißen müssen. Was wir aber zunächst einmal brauchen, sind Mozartstädter, die sich ihrer Sache sicher sind. 

Und da wäre eine Niederlage morgen in Villach gar kein Beinbruch. Nicht, dass Sie jetzt glauben, dass würde ich mir etwa wünschen. Oder ich wäre mit fliegenden Fahnen ins Gummibärli-Geschmacksmekka übergewechselt. Dass sicherlich nicht. Aber ich habe schon die eine oder andere Eishockeypartie gesehen. Und aus diesem Erfahrungsschatz schöpfend, glaube ich nicht, dass die Adler eine hoch konzentriert ans Werk gehende Bullenherde morgen in Villach zu Fall bringen werden können. Da glaube ich schon eher, dass die uns noch eine aufpelzen werden. Dass es nur so raucht. 

Und genau darin sehe ich aber unsere Chance. Denn erst, wenn die eingefleischtesten Blau-weißen selber keinen Pfifferling mehr auf die Edelknaben setzten werden, und die Salzburger sowieso schon nur mehr mit dem Planen ihrer Meisterfeier beschäftigt sein werden, dann kann die Stunde der Holst Truppe schlagen. Dann können sie den physischen Mangel mit psychischer Überlegenheit ausgleichen. Dann kann das Spiel David gegen Goliath von Neuem beginnen. Heuer allerdings mit einer neuen Facette. Wir packen den Schmäh „Herz schlägt Geld“ nicht im ersten Spiel aus. So wie im vorigen Jahr. Nein, wir gehen her und erklären das 3. Spiel zum Ersten und gewinnen die Serie wieder 4:2. 

So weit der Plan. Sollten wir aber morgen auf 1:1 stellen, aus welchen Gründen auch immer, so stört mich das auch nicht sonderlich. Auch dann bleibt Spiel 3 unser Schlüsselspiel. Dann gewinnen wir die Serie halt mit 4:1. Auch wurscht. Die Zielvorgabe bleibt immer die Gleiche. Wir müssen vier Spiele von sieben gewinnen. Und übrigens herzliche Gratulation der 66 jährigen Mutter in Graz, zur Geburt ihres Kindes. Das hätte wohl niemand für möglich gehalten. 

vsvfan

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von 99fan am: 21.03.2007, 07:09 Uhr

Während die Finalisten der Vorsaison gestern Abend ihre Semifinalgegner hinweg sweepten, sind die Graz 99ers ja bereits auf Sommerpause. Wobei... Man könnte ja beinahe den Anschein bekommen, dass die Vereinsverantwortlichen vom Ausruhen nix wissen wollen. Ist ja auch gut so! Denn: Wann, wenn nicht jetzt, soll man eine Mannschaft zusammenstellen, die den Liebenauer Bunker wieder zu einem interessanten Ausflugsziel macht?

Viele Fehler wurden in den letzten Saisonen gemacht - und eingestanden. Anscheinend hat man tatsächlich daraus gelernt und mit der Planung für die kommende Saison so früh wie noch nie begonnen. Wann konnten wir in Graz um diese Jahreszeit so viele fixierte Vertragsverlängerungen und Neuzugänge bestaunen? Noch nie! Noch dazu scheinen die bisherigen Verpflichtungen alle nicht von schlechten Eltern zu sein, denn alleine die Rückkehr von Torjäger Ivo Jan lässt wohl jedes 99ers-Fanherz höher schlagen.

Bei allem Lob für die bisherigen Planungen für die kommende Saison: Dies sollte eigentlich der "Normalfall" sein, dass nach Saisonende fieberhaft an der nächsten Saison gearbeitet wird! Sich erst im Mai nach brauchbaren Verstärkungen umzusehen, kann nicht funktionieren!

Laut einigen Stimmen sollen noch zwei bis drei Verteidiger geholt werden, die "von der Klasse - und auch vom Gehalt - in die Kategorie von Tommy Jakobsen fallen". Nunja. Dies wird auch bitter notwendig sein, denn die gesamte Verteidigung auf den 99ers-Captain auszulegen und ihn die gesamte Saison 35 Minuten oder mehr pro Spiel auf das Eis zu stellen, kann bei allem Willen und Einsatz vom alten Norweger nicht funktionieren!

Wichtig wäre, dass die künftigen 99ers-Defender nicht nur die Klasse und die Kosten von Jakobsen haben... viel mehr sollten sie sich hinter die Ohren schreiben, dass sie mit Stolz und Kampfgeist für die Mannschaft und die Fans in St. Liebenau spielen DÜRFEN!

Herzlichst,
Euer Miro

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