04. Februar 2012 17:05 | |||||
|
|
Mitglied seit: 10.04.2007
|
|||
Liebe Userinnen und User! Wichtige Informationen zu den Meine-Kleine-Weblogs
Herzlichen Dank, dass Sie unser Weblog-Service in den vergangenen Jahren intensiv und hoffentlich zu Ihrer Zufriedenheit genutzt haben. Leider ist es uns nicht länger möglich dieses Angebot technisch mängelfrei zur Verfügung zu stellen, weswegen wir auch auf eine Wartung der bereits bestehenden Blogs und Statistiken verzichten müssen. Wir hoffen, Ihnen in absehbarer Zeit eine attraktive Alternative in diesem Bereich anbieten zu können.
Mit der Bitte um Ihr Verständnis,
Das Team von Kleine Zeitung Digital
Und es gibt sie doch! Nicht nur New York, Los Angeles, Detroit oder Berlin hat seine Rapper, auch in Graz gibt es eine sprechsingende Szene (Musikexperten beziffern die Zahl Ernst zu nehmender Künstler an der Mur auf 10).
Einer der derzeit auftstrebendsten Nachwuchs-Rapper aus Graz ist Canice Charlesworth. 22 Jahre jung, gebürtiger Wiener und einen Namen tragend, der auf eine Eigenkreation, um der besseren Vermarktung willen schließen lässt. Doch weit gefehlt! Der Vater ist Engländer.
Dieser besagte Canice feuerte am 14. April den Startschuss zu seiner Solokarriere ab. Im Grazer "Veilchen" lud er zur CD-Release und präsentierte er seine erste EP (Stufe zwischen Maxi-CD und Album) mit dem Titel "Underdog" Die Hip Hop-Fans nahmen die Einladung dankend an fünf Euro Eintritt in Kauf und füllten den engen Keller fast bis auf den letzen Platz (rund 150 Besucher).
Was sie von Canice um Schlag Mitternacht eineinhalb Stunden zu hören bekamen, wurde begeistert zur Kenntnis genommen. Und diese Begeisterung ist durchaus verständlich. Auf dem Album kommt Canice' Rap zwar noch professioneller daher, doch ist die Live-Performance für einen Hobby-Musiker respektabel. Sein Sprechgesang wirkt zumeist sicher und souverän, seine Ausdauer spricht für eine gute Kondition. Die Texte sind typisch für seine Szene: familiäre Probleme, Arbeitslosigkeit, Abrechnung mit den Kritikern und auch ein wenig Liebe. Das Publikum hat er im Griff und es gehorchte ihm auch. Nicht nur an dieser Stelle merkte der Zuseher Canice bisherige Bühnenerfahrung mit "Crews" wie "SX4D" sowie "Another Bad Character".
Eines verwundert aber schon: warum hebt sich ein steirisch-wienerischer Rapper so gar nicht von den deutschen Künstlern der selben Zunft ab? Würde Canice nach seinem Gig behaupten er sei Deutscher, keine würde es in Frage stellen. Ist es denn überhaupt möglich, einem Genre wie Rap eine österreichische Note zu geben? Es muss möglich sein, denn so fehlt Canice noch etwas diese besondere, eigene Note, um nicht noch in 15 Jahren nur in Graz das "Veilchen" zum Rappen zu bringen.
Canice' EP "Underdog" mit acht Songs, produziert von den Grazern Stiffla & Deem ist unter age2@gmx.net erhältlich.
Christoph Steiner