10. Februar 2012 04:44 | |||||
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Liebe Userinnen und User! Wichtige Informationen zu den Meine-Kleine-Weblogs
Herzlichen Dank, dass Sie unser Weblog-Service in den vergangenen Jahren intensiv und hoffentlich zu Ihrer Zufriedenheit genutzt haben. Leider ist es uns nicht länger möglich dieses Angebot technisch mängelfrei zur Verfügung zu stellen, weswegen wir auch auf eine Wartung der bereits bestehenden Blogs und Statistiken verzichten müssen. Wir hoffen, Ihnen in absehbarer Zeit eine attraktive Alternative in diesem Bereich anbieten zu können.
Mit der Bitte um Ihr Verständnis,
Das Team von Kleine Zeitung Digital
Wenn man bei einem Festival anreist, sich etwas wegen eines Staus verspätet und erfährt, dass man gleich Yo La Tengo, Mogwai, The Notwist, Daniel Johnston, Sparklehorse und die Thermals verpasst hat, dann heißt das natürlich nicht nur, dass das ein ziemlich hochkarätiges Festival sein muss, sondern auch, dass man sich mal ganz schön ärgert. Grün und blau und rot und lila auch noch.
Aber mal von vorne: All Tomorrow's Parties, kurz ATP, ist ein ziemlich legendäres englisches Musikfestival, das eigentlich dafür bekannt ist, dass es von Kultbands gehosted wird, die das Lineup aussuchen. Heuer wurde Wochenende 1 von The Dirty Three ausgesucht, die Bands für Wochenende 2 wurde aber ausnahmsweise von den Fans zusammengevotet. Da es in England im Mai etwas unwirtlich für Open Airs ist, finden die Festivals immer in Ferienclubs statt, heuer Butlins in Minehead, ein kleiner Ort im Westen Englands, etwa zwei Stunden von Bristol entfernt. Ferienclub, das heißt: WOHNUNGEN (mit Dusche und Bett!!!), Vergnügen all around (Minigolf, Karussell, Schwimmhalle mit Rutsche, 5 Gehminuten ans Meer, .......)
Also, wie war's so:
Schwamm über den ersten Tag! Der Auftritt der Akron Family kann ihn auch nicht mehr retten (oder sagen wir schon gar nicht)! Also gleich weiter zum zweiten:
Shellac retten gleich mal vorneweg den Tag. Die Noiserockband um Steve Albini (der Alternative-Rock-Produzent schlechthin, verhalf zB Nirvana mit Nevermind zum Weltruhm) starten um 15 Uhr und sind nicht nur brilliant, sondern auch lustig: What is orange and looks good on a hippie, fragt Bob Weston. Die Antwort, schlicht, einfach und sehr böse: Fire...
Von Go!Team hätte ich mir irgendwie mehr erwartet, aber lustig sind sie allemal. Ganz das Gegenteil: Battles. Einfach nur ein Wahnsinn und wie von einem anderen Stern ist das, was die vier New Yorker da zaubern. Ein magisches Gemisch aus Hardcore, Jazz und - Genialität, bitte. Wie nichts, was man bisher gehört hat. Weitere Highlights des zweiten Tags: Patti Smith in Bestform, die live die magere Nirvana-Coverversion auf ihrem aktuellen Album durch eine sehr geile rockige ersetzt, der schrullige Japaner Cornelius, der mit bubbelnder Electronica verzückt, Two Gallants, die ich nun auch endlich live gesehen habe und die wirklich toll sind, Trans Am, die wie erwartet ein sehr mitreißendes (Post)Rock-Set hinlegen. Leidigste (Fast-)Verpasser: Die Apples in Stereo. Jeder Song ein Hit! Faszinierend auch der Spontan-Gig von Legende Daniel Johnston, der seine Gitarre vor lauter Zittern kaum halten kann (Johnston hat bekannterweise große psychische Probleme), aber trotzdem mit seinen tollen Songs voll überzeugt.
Tag drei beginnt wieder mit dem täglichen Shellac-Konzert, und diese Band könnte man sich eigentlich jeden Tag einmal ansehen. Toll auch die Seattler Band of Horses, die meinem innerlichen Flehen, doch bitte gleich "The Funeral" zu spielen, tatsächlich nachkommen (meine Freundinnen wollen gleich zu Modest Mouse runter, aber ich will noch diesen einen Song abwarten). Danke, Jungs! An MM habe ich sehr hohe Erwartungen, denen sie aber leider nicht so ganz entsprechen. Der Sound im großen Zelt verschwimmt leider ein bisschen, und da sich die Songs auf ihrem aktuellen Album (obwohl sie natürlich großartig sind), sagen wir mal stilistisch doch eher in eine Richtung gehen, wird das Konzert irgendwann etwas fad. Schade auch, dass sie gleich mal am Anfang "Dashboard", "We've got everything" und "Float on" verbraten. Schön düster geben sich dagegen Isis, die inzwischen am Center Stage spielen. Built to Spill passten da leider nicht so perfekt zwischen Isis und die danach spielenden Capricorns, bewiesen aber, dass sie eine tolle Liveband sind.
Eine ziemlich anstrengende Sache, die sich aber gelohnt hat. Haufenweise Fotos, wenn sich jemand dafür interessiert, sind auf flickr.com zu finden! Ein Blick lohnt sich vor allem auf das Festivalgelände. So etwas gibt es bei uns nicht ...