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Mit der Bitte um Ihr Verständnis,

Das Team von Kleine Zeitung Digital

von musikblog am: 02.11.2008, 15:10 Uhr

Album: Die Wahrheit über Lügen

Interpret: Farin Urlaub Racing Team

Erschienen: 31.10.2008

 

Oberarzt Farin Urlaub ist mit seinem dritten Studioalbum zurück. Mit im Gepäck hat er sein gesamtes Racing Team, das ihn bisher nur Live und auf der LiveCD ("Livealbum of Death") unterstützt hat. Das dem so ist merkt man logischerweise schnell. Mehr Gitarren, mehr Bläser, wummender und dichterer Sound aber Farin U.

Heftig ist der Start mit "Nichtimgriff" und "Unscharf" rockt er gleich einmal richtig los. Auf den ersten Blick singt Farin auf Unscharf wieder über eine  Art Frau die er schon in "Unsichtbar" (laut) und "das schöne Mädchen" (ruhig) behandelt hat. Betrachtet man den Text genauer handelt es aber von einem virtuellen Mädchen a la Second Life. Bei Gobi Todic (über den schon wilde Gerüchte im Internet kursieren wer er den sei) darf zum ersten mal die Bläserganitur ihre Instrumente auspackend und dem Song das nötige Racing Team etwas verleihen. Deutlicher als auf Unscharf kritisiert Farin die Gesellschaft auf Seltsam. Ein Statement gegen Pelz. "wer Tiere so peinigt gehört doch gesteinigt, bespuckt und geschlagen, lebendig begraben..." recht heftige Töne des bekennenden Vegetariers. Und weils so schön war macht er gleich einmal weiter mit der Systemkritik. Diesmal etwas ruhiger und mit akkustik Gitarren und einem netten E-Piano in der Bridge. Vom Sound ein Farin Urlaub Lied aus der alten Zeit. Mit lustigem Text und versteckterer Message.

Name ist Program auf "Pakistan" (der Reim war nicht absicht). Das obligatorische Urlaubs Thema wird da zum ersten Mal angeschnitten. Dann kommt "Niemals" und mit Niemals kommt das Album in Fahrt. Ja es hat wieder Balladeke Lyrics, ja wir kennen Sound und Themen dieser Art von Farin zu genüge, aber in der 2ten Stophe wagt er sich zum ersten mal an eine art  Rap. Es ist nicht Aggor-Berlin Rap, mehr in Richtung Dendemann oder Ohrbooten, und es ist vorerst nur kurz angeklungen und sofort von einem Gittarnriff und Hammersolo unterbrochen, aber spätestens ab hier sollte klar sein das es kein Farineinheitsbrei-Werk bleiben wird.  

Melancholisch Traurig wird es auf Die Leiche. Auch wenn der Text von einer, überraschung, Leiche handelt bekommt der Song keinen obszönen beigeschmack, auch als er vom Grab schaufeln und nassen Körper begraben sing, nicht. Traurig mit langsamen gezupfeten Gitarren beschreibt er einen Mann der die Leiche beobachtet die ihn an seine Freundin erinnert die seit Tagen verschwunden ist. Ein verwirrter Mörder...vielleicht...

Mit Monster kommt ein Lied das genauso klingt wie es heißt. Schwerfälliger Bass und Bassdrum. "Wir bauen uns ein Monster aus Rock".  Ein Monster das mit "Atem" konsequent hingerichtet wird. Ballade. Auch wenn es eigentlich um "nicht süßholzraspeln können kommt sie so pathetisch und kitschig  um die Ecke das es sogar für Farin ungewöhnlich ist, wunderbar erleichternd ist das Gitarrensolo das den Song beendet und z.nächsten Kracher führt. Karten ist einer der besten Song auf diesem Album, und einen der besten Farin Urlaub Song ever. Rockig, nachdenklich, Lyrics mit Sinn und Tiefe. Wieder ist es der Bläser Satz der gegen Ende noch alles aus dem Song rausholt und ihn regelrecht explodieren lässt.

I.F.D.G. (ich find das gut) ist Opener auf der Zweiten CD (das Album bestet aus 2 CDs, ist keine speziall Edition). Tanzbarer Beat von Farin. Leichte Reggaerhytmen, ich find das gut sag auch ich dazu. So geht es weiter. Spritzig, locker sommerlich auf "zu heiss". Und dann kommt "insel" und da ist es so weit. Was vorher anklang ist jetzt da. Die Ohrbooten. Der Bass und der Gesang. Wer "Autobahn" von den Ohrbooten kennt weiß was ich mein. Jetzt ist es nur mehr Reggearock sollte es das geben mit hollenderm Bass. So lässt uns Farin natürlich nicht gehn. Mit "Trotzdem" holt er uns zurück auf den Boden der Realität und bestätigt das es doch das Racing Team ist das hier die Musik macht. Einmal noch geballte Ladung Bläser, Gitarren, Drums und Farin Urlaub. Ein Ende wie es besser nicht sein konnte.

 

Fazit: Farin hat sich weiter entwickelt, das das Racing Team nicht mehr nur live dabei ist tut dem Album sichtlich gut. Der Mittelweg zwischen typisch und experiment ist ihm genial gelungen. Ein Musiktechnisches Meisterwerk darf man sich von einem Punkter der ersten Stunde natürlich nicht erwarten, das kein Song ohne A auskommt 6 davon in A oder Am geschrieben sind und das der Asus2 Akkord in 5 verschiedenen Songs vorkommt sollte aber niemanden stören.

Es ist aufjeden Fall ein aboluter Pflichkauf für alle Fans der deutschsprachigen Rockmusik. Den auch wenn er ein Bisschen experimentiert auf 13/15 Songs ist es Farin Urlaub wie auf Endlich Urlaub und Am Ende der Sonne, und ein Farin Urlaub wie es einer auf der Ärzte Platte "Jazz ist anders" ist.

****(von 5)

 

 

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von musikblog am: 09.10.2008, 18:32 Uhr

Interpret: Ben Folds

Album: Way to Normal

Erschienen am: 28.09.2008

Ben Folds, der immer noch viel zu unbekannte klasse Pianist aus den USA, ist mit seiner 3ten Solo LP zurück.

Der Opener Hiroshima ist für alle Fans des gepflegten Piano-Rock (ob es dieses Genre gibt weiß ich nicht, aber anders kann man Ben Folds nicht einordnen) ein Ohrenschmaus. Gemeinsam mit dem Live-Mitschnitt der Fans, der super Ergänzung von Gitarre und Klavier, und die Streicher die wir auf diesem Album nicht das letzte Mal hören, machen den Song zum echten Ohrwurm. 

Dr Yang kann das auf Hiroshima-Potenzial leider nicht mehr halten. Der Klavierteil wirkt zu bekannt, das Klaviersolo zu simpel und zwanghaft, der Refrain ist von lärmenden Gitarren untermalt. Es geht und ging schon viel besser. Wie z.B. mit The Frown Song, auch wenn hier das Klavier stark an die Songs von "Songs for the Silverman" erinnert, ist er doch sehr eigenständig und hat wieder das typisch mitreißende Ben Folds Feeling.

Auf You Don't Know Me featured Ben Folds, Regina Spektor und es gelingt ihm endlich einen neuen Sound zuschaffen der doch unverkennbar Ben Folds ist aber trotzdem nicht genaus gut von den vorherigen Alben, oder von seiner Zeit bei den Ben Folds Five sein kann. Cologne ist wieder typisch Ben Folds. Die 4/4 Klavier anschläge mit meist -7(z.B. C7) oder -9(C9) Variatioen des Grund Akkordes. Die melancholisch leichte ja traurige Klavierbegleitung gibt der Nummer aber einfach unheimlich viel mit. Eine der Besten Nummern auf diesem Album, und eine der besere Balladen der Ben Folds Zeit. 

Mit Errang Dog und Free Coffee zerreisst die Stimmung von Cologne leider wieder. Vor allem Free Coffee klingt sehr seltsam, sehr alternativ, sehr elektronisch, sehr lärmend. Sehr lustig ist allerdings der gesprochene Text am ende des Songs. "my son ask many men same question all over the world why has relationship failed, each man each time will give same simple answer..."

The Bitch went Nuts, lautet die Antwort die jeder Man auf der Welt auf die Frage warum die Beziehung zu Brüche ging, antwortet. The Bitch went Nuts lautet die Antwort auf die Frage nach dem Besten Song des Albums. Da ist der Rock wieder zu dem Piano dazugestoßen. Auch wenn ihm dieser Song wieder das Prädikat "Parental Advisory" einbrachte, wie immer geniales Klavier, ein Song der natürlich zum Mitsingen, aber für Ben Folds ungewöhnlich auch zum Mittanzen einladet.

Brainwascht führt das ständige Auf und Ab auf dem Album wieder fort. Sicher kein schlechter Song, aber etwas unscheinbar und nicht wirklich packend oder mitreißend. Mit Effington einer Hymne ans seine Geburtsstadt geht es wieder Steilbergauf. Der Pianist zeigt wieder mehr als nur Akkord-Zerlegung und die Solos bilden eine Einheit, der Refrain und das Ende das immer weiter bis zur musikalischen Explosion steigert machen die Nummer wieder zu einem Höhepunkt

Den Abschluss macht Kylie From Connecticut eine Ballade die an dagewesen Balladen(aus früheren Jahren) zwar bei weitem nicht herankommt aber doch einen guten Abschluss für ein recht durchwachsenes Album macht.

Fazit: Dieses Album wird Ben Folds in Österreich, oder Mitteleuropa wahrscheinlich auch nicht bekannter machen. Es sind Songblüten dabei, große Klaviermusik, die nichts mit Klaviermusik im herkömmlichen Sinn zu tun hat. Leider sind 2,3 Nummern dabei die höchstens als B-Seiten taugen. Auch mit seinem 3ten Album gelingt es ihm nicht den Ben-Folds-Five-Einheitsbrei zu durchbrechen. Für Ben Folds Fans, und Pianisten (die auch gern mal Rock hören) trotzdem eine unbedingte Kaufempfehlung.

***(von 5)

 Tipp: Zu Empfehlen ist auch das Way To Normal Fake Album das im Internet kursiert. Starke Songs die in einer Night Session in Dublin entstanden sind. Ich habe nach dem Album kauf, das gefakte Album heruntergeladen. Und bin wirklich begeistert, für dass das es extra als Fake und Strafe für alle Downloader aufgenommen wurde wirklich Klasse!

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von musikblog am: 05.10.2008, 13:18 Uhr

Titel: Ode to J. Smith

Interpret: Travis

Erschienen am: 26.09.2008

 

Die neue von Travis, zu gleich ein Jubiläum im Musikblog. Travis ist die erste Band die schon die 2te CD rezension bekommt. *feierfeier*

 Zum Album: Im ersten Moment weiß man nicht was man da hört. Es klingt nach Mando Diao, nach Oasis, nach den Rifles und ein bischen nach den Babyshambles...natürlich ist es müßig eine (bisher)Brit-Pop Legende mit anderen zu vergleichen, aber um den Sound zu charakteriesieren bedarf es einfach einiger Vergleiche. Travis haben die E-Gitarren ausgepackt (in Healys Fall ist es eine Fender Stratocaster aus dem Jahr '69).

Ist Chinese Blues noch relativ Travis-ig kommt mit J. Smith ein Song um die Ecke den man so von den Schotten nicht erwartet hätte. Anfangs sind die Gitarren noch gezähmt aber gegen Mitte jaulen sie kurz auf, bevor ein Lateinischer-Chor eine unheimlich(e) geniale Stimmung aufbaut, die von den Gitarren sofort wieder zerstört wird. Doch der Chor schlägt zurück und gemeinsam heben Gitarre und Chor diese Band auf eine neue Stufe! Einfach umwerfend!

Wunderbar rockig geht es weiter mit Something Anything, einem typischen Brit-Rock-Riff und einem typischeren Travis-Mitsingrefrain.

Pete Doherty's Babyshambles scheinen in Long Way Down Ideengeber gewesen zu sein Healys Stimme bringt aber doch den typischen Travis Sound.

Broken Mirror...Radiohead! nein doch Travis! Für meinen Geschmack zu alternativ für Travis. Aber Last Words entschädigt(auch wenn es nicht muss) für alles. Aus einem luftigen Gitarrenriff mündet das Banjo das uns zu einem Refrain führt bei dem man nur mitsingen oder sich in der Stimme Healys  verlieren kann.

Quite Free klingt nach dem Album Never See The Light of Day von Mano Diao.  Volklorisch Schwedisch aber stark! Nach der wunderbaren Hymne an Freunde - "Friends" bringen Travis mit "Song to Self" ihr typisches balladeskes Mitsing-träumlied wie es mit Driftwood und Why does it always Rain on me (The Man Who), Sing und Side (auf The Invisible Band) oder My  Eyes und Big Chair (auf The Boy Who)  auf jedem Album eins gab.

Den Abschluss macht "Before you were young". Und auch wenn das Klavier as simple as possible begleitet, macht der Schluss doch Lust auf die Rewind taste zu drücken. Mit Trommeln und Glocken (wie Colaply auf Viva La Vida) brennt sich die traurige verzweifelte melancholische Stimme Healys ins Ohr. Er weint der alten Zeit nach. Nicht früher war alles besser, aber früher war es schön! "What Happend" fragt Healy!

What Happend frage ich mich auch. What Happend to Travis? Wenn man dieses Werk kennt fragt man sich eins: warum nicht früher! Travis Alben waren alle Wahsinn. Mal mehr mal Weniger. Aber Ode to J. Smith ist eine neue Liga. Man darf sich nicht von den vielen Vergleichen verwirren lassen! Travis ist Travis. Unverkennbar! Aber der Sound ist so neu das man einfach Vergleichsbands hinzuziehen muss. Aber Travis haben nicht abgekupfert! Ode To J. Smith ist eines der größten Werke des Brit-Rock (ja jetzt ist es Rock) in diesem Jahr. Brit-Pop Legenden sind sie. In wie weit sie zu Legenden des Brit-Rock aufsteigen werden, ich weiß es nicht! Ich weiß das das dieses Album das großartigeste, weil abwechslungsreichste,  ist was ich in diesem Jahr gehört habe.

Auch wenn dieses Jahr noch lange nicht vorbei ist, mit Kings of Leon und Oasis haben 2 weitere Hammerbands neue Alben herausgebracht, deshalb halte ich mich mit dem Prädikat "Album des Jahres zurück"! Aber es wird ganz weit vorne sein!

mit Freude: ***** (von 5)

 

 

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von musikblog am: 26.07.2008, 13:31 Uhr

Interpret: The Subways

Album: All or Nothing

Erschienen: 27.Juni

The Subways haben mit "Young for Eternity" den Indie-Rock Markt gewaltig aufgemischt, mit All or Nothing machen die 3 aus Herdfordshire genau dort weiter wo sie aufgehört haben und legen  noch gewaltig eins drauf!  

Weder ihre Besetzung noch ihre Musik hat sich wahnsinnig verändert, bis auf wenige Ausnahmen sind alle Songs mit Gitarre-Bass-Drums typisch Instrumentalisiert. Was die Musik der Subways aus dem rießen Britpop/Rock Markt hervorstechen lässt ist sicherlich der Gesang. Billy(Git.) und Charlotte (B) singen auf fast allen Songs gemeinsam bzw. ergänzend. Die manchmal zerbrechliche dann wieder pregnant starke Oberstimme der Bassistin macht diese Band so einzigartig.

Gleich auf dem Opener Girls&Boys, lassen sie mit einem Heavy-Riff als Intro und Outro mächtig die Sau raus, im klaren Kontrast dazu stehen die melodischen Gitarren im Mittelteil des Songs. Mit purem Rock geht es auch in Kalifornia, Alright und Shake!Shake! weiter. In Shake!Shake! singt Charlotte zum ersten mal die Hauptstimme was dem Song enorme Power im Refrain verleiht.

Mit Move to Newlyn lassen sie zum ersten Mal etwas Balladeskes vom Stapel, akustische Gitarren und ganz leichte elektronische Klänge lassen die Nummer zu einem echten Ohrwurm anwachsen.

All or Nothing und I won't let you down sind 2 recht typische Indie Nummern, vor allem All or Nothing klingt für mich zu viel nach Indieeinheitsbrei. Turnaround kommt dafür mit gebrüllter Stopfe a la Turbostart und einem hammer Refrain um die Ecke. In der Nummer lässt Charlotte die Rock'n'Roll Queen richtig raus! In Obsession ist es wieder der Refrain den die Beiden gemeinsam Singen der die Nummer wirkliche hörenswert macht.

Erst mit Titel#10 kommt die erste auch textliche Ballade. Die harten E-Gitarren werden durch Akustische und ein Klavier ersetzt.

In Always Tomorrows singt wieder sie die Hauptstimme in der Stropfe. Lostboy ist eher unauffällig aber als Outro gut gewählt.

Die beiden Bonustracks Streetfighter und Burst sind nocheinmal zwei echte Rocker!  

Viele Neuerungen haben die Subways nicht zu bieten, warum auch? Eine Indie Band braucht nicht mehr als Gitarre-Bass-Schlagzeug. Überzeugend ist der Gesang. Die Songlist ist mit 12 (bzw. 14 mit Bonus) Nummern meist unter 3 Minuten auch dem Genre entsprechend. Leider sind manchmal  die Stopfen etwas zu ersetzbar bzw. unauffällig und erst der Refrain macht den Song wirklich gut. Auffällig ist das die Nebenstimme in vier Songs nur "Aaaaaaaahhhh" singt...etwas einfallslos!

Für das nächste Album würde ich mir eine Solo-Gesang Nummer von Charlotte wünschen, und vielleicht etwas mehr Variationen was den Songaufbau betrifft.

Trotzdem, die Subways liefern ein solides kraftvolles Rock-Werk ab. Sie haben die Leistung von ihrem Debutalbum klar übertroffen, wirken reifer und der Sound klarer. Am Ende gibt der geniale einzigartige (im Indie Bereich) Gesang Ausschlag für die vier Sterne! ****(von 5)

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von musikblog am: 17.05.2008, 23:47 Uhr
Album: Sylt
Interpret: Kettcar
Erschienen: 18.04.2008

Einen Monat ist seit dem Erscheinen der neuen Kettcar Platte vergangen. Eine CD die wiedereinmal gesamt betrachtet werde muss.

Was Kettcar da abliefern ist tiefer Poprock, düsterer und unverständlicher als bisher aber mit einer Dynamik die fesselt und manchmal auch überrascht.
Die CD mutet beim ersten hören recht depressiv an. Dunklere verzerrtere Gitarren der Gesang ist ohne Booklet sehr schwer verständlich. DIe Songs 99% Lovesong frei, Gesellschaftskritik auf höchstem Niveau. Mit viel Feingefühl und unheimlicher Beobachtungsgabe gehen die Kettcars an ihre Songs heran. Dinge die jeder erleben hätte können, aber niemals so in Worte geschweige denn in Liedzeilen zu fassen vermöchte.

Mit "Verraten" haben sich Kettcar einen Denkmal gesetzt. "Fake for real" ist voller Metaphern und Vergleiche, und spiegelt unsere Gesellschaft in völlig neuen Worten, aber unfassbar richtig wieder.

"Die Stadt in den Wolken
lehrt dann bösen Kindern nur eins
Dass ihr seht wo ihr bleibt
und dann bleibt wo ihr seid"

Dieses Album ist schwer zu Rezensieren. Musikalisch ist es nicht besonders. Es ist Musik für Hörer die genießen. Es taugt nicht zur berießelung, dafür sind die Texte zu tief, bieten zu viel Platz für Interpretation. Kettcars "Sylt" schwimmt wie eine Insel im Meer der deutschen Musik, sie schwimmt gegen die Top-10-Geilheit sovieler anderer Bands. Etwas eigenständiges im einheitsbrei.
Was Tocotronic im Vorjahr boten, bringt dieses Jahr Kettcar. Mit einem Tick mehr Tiefgang einem Tick mehr Düsternis.

Ein Muss für Liebhaber anspruchsvoller deutsch Musik.
***** (von 5)
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von musikblog am: 15.03.2008, 16:40 Uhr

Interpret: Madsen

Album: Frieden im Krieg

Erschienen: 7.03.08

Seit einer Woche liegt nun das 3te Album von Madsen in den Regalen, es ist ander Zeit dieses Werk genauer unter die Lupe zu nehmen.

Ja oder Nein: Ein sehr typisches Madsen Lied, gleich zu beginn. Es geht um Entscheiden. Ansprechender Refrain, kein Meilenstein

Nachtbaden: Die erste SIngel, kommt gebrüllt und hart um die Ecke. Die Stropfen erinnern stark an "Turbostart". Der Refrain ist eingängig. Starke, lautes Madsen wie auf ihrem Erstling

Nitro: der Hammer! Wahrscheinlich der beste Song auf dieses Album. Richtig hart mit einer schon fast Heavy Metal bridge. Auch eines der textlich anspruchvollsten Werke. Ein unscheinbarer Junge, der nur als der mit der Bombe bekannt wurde.

Vollidiot: Ja. Ganz langsam, Gitarren auf 2 und 4. Ein sehr unscheinbares Lied

Du bist wie du bist: Wieder so wie Madsen immer war. Textlich und musikalisch. Erinnert mich ein bisschen an "die Perfektion". Eine Ode an einen besondern Menschen.

Grausam und Schön: Wieder quilt der Text vorlauter Platitüden und Clichees nur so über, Das leben ist Grausam und schön. Ein etwas holppriger Versuch philosophische Dinge zu transportieren gelingt nicht so ganz.  Die langsamen Strophen und der harte Refrain ergänzen sich gut.

Verschwende dich nicht: Und nocheinmal, Hobbypschiater mit der Bibel aller Lebensweisheiten. Typisches anti-gruppenzwang Lied, bleib wie du bist...Refrain und Bridge sind musikalisch gut.

Liebeslied:  "mit allem drum und dran, und schön das es dich gibt..." die Reime kommen sehr zwanghaft, musikalisch hört es sicher wieder nett an.

Astronaut: Meiner Meinung nach der Tiefpunkt. Die E-Orgel im Refrain bringt wenigstens Abwechslung, ansonsten plätschert es nur so dahin.

Kein weg zu weit: Härter, lauter, schneller! Inhaltlich wie " Alles was zählt" von den toten Hosen. 

Wenn der Regen: Wie üblich ein spritziger Refrain, der wunderbar ins Ohr geht.

Frieden im Krieg: Erneut der Versuch tiefsinnig zu werden. Wirkt zwar aufgesetzt, dafür rocken aber  Refrain Bridge und Interlude.

Willkommen im Chaos (Bonus CD): Auf der Bonus-CD enthalten, und mit Nitro das Beste was dieses Album hergibt. Wieder Rockig, direkter ohne Philosophieversuche mit dem Besten Refrain auf diesem Album

Fazit:  Thees Uhlmann (tomte) hat Madsen 2005 auf einer Linie (bzw. als Nachfolger) von Blumfeld, Tocotronic und eben Tomte genannt. Auf Frieden im Krieg versuchen die Madsens textliche den tiefgang von Tocotronic zu erreichen, was leider nicht wirklich gelingt. Musikalisch versucht man den Bogen zwischen "Madsen" (rockig) und "Goodbye Logik"(ruhig) zu spannen. Wirkliche gelungen sind aber nur die schnelleren Songs, fast Ausnahmslos alle Songs sind ident Aufgebaut, über 4 Akkorde kommt man fast nie heraus.

Madsen bleibt Madsen. Wer Madsen für ihre einfachen, direkten und platitüdenreichen Lyrics und ihre eingängigen Melodien  mag dem wird auch dieses Album gefallen. Ich halte es für die beste Madsen Platte.

****(von 5) 

frieden    goodbye    im    krieg    logik    madsen    nachtbaden
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