666
Diabolisch, satanisch, teuflisch lachte mir diese Zahl aus dem Display meines Taschenrechners entgegen. Nein, das konnte nicht sein. Ich überprüfte nochmals die Tausenderpunkte, die Eingabewerte, rüttelte am Rechner, spuckte auf das Display, doch es war, wie es war: 666 hieß das Ergebnis.
Kaum zu glauben. 666 Jahre. Unvorstellbar! Unbegreiflich, oder? 666 Jahre müsste ich arbeiten. Da braucht man gute Abwehrkräfte, um dies überleben. Die Wahrscheinlichkeit läge eindeutig höher, dass man an diesem Actimel-Zeug krepiert, als 666 Jahre zu arbeiten. Und man würde bescheiden erkennen, dass Herbert doch Recht gehabt hatte. Anders betrachtet, ist es natürlich die Rache der späten Geburt, denn wäre ich im Jahre 1344 zur Welt gekommen … aber das ist eine andere Geschichte …
Bleiben wir noch beim Konjunktiv und nehmen an, ich würde tatsächlich 666 Jahre durcharbeiten und meinen erarbeiteten Lohn obendrein nicht verbrauchen (!), dann, jaaaa dann hätte ich auch nach 666 Jahren, also im Jahr 2676 vierzehn Millionen Euro auf meinem Sparbücherl und am Weltspartag würde mich niemand mehr auslachen und ich würde frohgemut mit stolzgeschwellter Brust und meinen Helium-Luftballons nach Hause wackeln.
Oder … oder man kürzt das Ganze etwas ab: Aber um so viel Geld zu erhalten muss man (sich) dann schon was leisten, zum Beispiel eine Mords Verantwortung tragen, für eine der größten Umweltkatastrophen mit ein paar Zutaten von Korruption, was neuerdings Lobbyismus heißt und schon ist es nicht mehr nötig 666 Jahre zu arbeiten, dann kriegt man die Moneten um einiges schneller. Davon kann ein Hauswart nur träumen, ein Hayward nicht.
Und dann habe ich noch dieses Bild eines störrischen grantelnden Kindes vor Augen, im Volksmund als Rotzjunge bekannt, welcher sich am Boden wälzt und in einer Melange aus trotzigem Weinen und Schreien brüllt: „Wääääääh, ich will mein altes Leben zurück!“ Und aus dem Off ertönt eine Stimme: „Tony, hier hast Du vierzehn Millionen Euro.“
Teuflisch, oder?
Man hätte große Lust, Exorzist zu werden und man wäre in dieser Welt vollbeschäftigt, ganz leicht die nächsten 666 Jahre.
Aber wie meinte schon Woody Allen recht pragmatisch:
„Ich möchte nicht durch Arbeit unsterblich werden,
ich möchte unsterblich sein, indem ich nicht sterbe.“
